Das Buch zum Weg

Der Verlag Scheidegger & Spiess hat 2013 ein eindrückliches Buch über den "Trutg dil Flem" publiziert. Es umfasst zum einen die Fotodokumentation des Wasserweges von Wilfried Dechau, zudem Texte von Ursula Baus, Guido Casty, Jürg Conzett, Wilfried Dechau, Christian Dettwiler und Christian Marquart.

 

Jürg Conzett, der die Schweiz 2010 an der Architektur-Biennale in Venedig vertreten hat (im damaligen Katalog wurden die Skizzen für den Flimser Wasserweg erstmals publiziert), meint zu den Brückenbüchern von Wilfried Dechau:

 

„Wilfried Dechau versteht es meisterhaft, in seinen Fotos die Zusammenhänge von Landschaft, Weg und Übergängen aufzuzeigen. Darüber hinaus hat er die Bauvorgänge festgehalten - diese unwiederbringlichen Momente, die sonst meist nur in der Erinnerung der Beteiligten fortbestehen. Und das Buch wird auch die Hintergründe erläutern, die den Entwurf und die Ausführung des Trutg dil Flem bestimmten. Dadurch wird es selbst zu einem wichtigen Teil des Wegs, denn ohne diese Publikation ist der Weg eigentlich noch nicht fertig…“

(Jürg Conzett, Oktober 2012)

 

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Ausschnitte und Zitate aus dem Buch:

 

Wilfried Dechau:

Nach den ersten Eindrücken war klar, es wird bezaubernd sein, nah' am Ufer oder von oben herabschauend, mal auf der linken, mal auf der rechten Seite des Flusses zu wandern. Und dass die Brücken, die Jürg Conzett für den Flimser Wasserweg ersonnen hatte, dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufsetzen würden, hätte ich ... ohnehin nicht in Zweifel gezogen.

 

Jürg Conzett:

Schon bei der ersten Begehung mit den Initianten des Trutg dil Flem war klar, dass der Weg bei den Wasserfällen des Flem unterhalb Foppa den Bach überqueren sollte. Schliesslich war es ja der Sinn des „Trutg“ (rätoromanisch: Pfad), die Wanderer nahe an die bis dahin weitgehend verborgenen, kleinformatigen und deshalb überraschenden natürlichen Szenerien entlang des Flem zu bringen.

 

Guido Casty:

Es ist die Perfektion der Natur, die immer wieder fasziniert und Landschaften einmalig und unverwechselbar macht. Manchmal ist sie offensichtlich und erhebt sich majestätisch in Form eines Matterhorns. Vielfach liegt sie aber auch im Verborgenen, unscheinbar, eingepackt in einen grauen Umhang oder überwuchert von Legföhren. Es liegt nun an uns, diesen Umhang zu lüften, die Föhren zu entfernen.

 

Christian Marquart:

Zwei Besonderheiten dieses Pfades sind hervorzuheben. Da lockt einmal die ungemein lebendige Abfolge einer Vielfalt landschaftlicher Szenerien auf einer relativ kurzen Strecke. Das Wasser bewegt sich mal gemächlich durch Almwiesen; dann wird es plötzlich beschleunigt, schießt als temperamentvoller Wildbach zu Tal,  sich an Katarakten verzweigend oder in "deckendem" Modus über flächig-rutschige Felsformationen fliessend. An Geländesprüngen und -kanten verwandelt sich das Fließgewässer in eine Vielzahl größerer und kleiner Wasserfälle, hier in freiem Fall, dort in Kaskaden herabstürzend und in der einen oder anderen Prallzone eine gurgelnde "Wassermühle" bildend; dies alles immer wieder neu und anders "gerahmt" durch die Landschaft, deren Wahrnehmung ihrerseits variiert in Abhängigkeit von der Laufrichtung: "Kenner" bevorzugen die Route bergauf, Anfänger neigen zur Route abwärts, wobei sie dann auch immer wieder unschwer die Landschaften jenseits des Rheintals in den Blick nehmen können.

 

Ursula Baus:

In all seinen Brückenprojekten manifestiert sich Jürg Conzetts leidenschaftliches Interesse am Vorhandenen, an der Geschichte, am Sehen, Aufnehmen und Inventarisieren.... Aber wenn er eigene Bauwerke als "Hommage an ..." erläutert, dann stellt er sein Licht doch etwas unter den Scheffel.... In Flims darf man nun mit dem Trutg dil Flem ein Gesamtkunstwerk bewundern, in dem Landschaftsinszenierung in Ingenieurbauwerk untrennbar zusammengehören.

 

Christian Dettwiler:

Mit gutem Schuhwerk und einiger Kondition ausgerüstet bietet der Weg ein atemberaubendes musikalisches Spektakel, als hätte sich Georg Friedrich Händel für seine „Wassermusik“ dadurch inspirieren lassen. Das beginnt mit einem „Andante allegro“ beim Start am Wasserfall im Segnesboden bis zum plätschernden Dahinfliessen – einem „Adagio staccato“ bei der „Punt da Max“.